Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

  • Konzernergebnis (EBT) in Höhe von 120 Mio. €
  • Dividende auf Vorjahresniveau vorgesehen
  • Stabil hohe Eigenkapitalquote

Die Entwicklung von Auftragseingang und Umsatz hat unsere im Vorjahresbericht gestellte Prognose grundsätzlich bestätigt. Beim Ergebnis konnten wir wegen überproportional gestiegener Kosten im Materialbereich sowie anhaltenden Preisdrucks die Zielwerte nicht ganz erreichen.

ERTRAGSLAGE

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die wertmäßige Struktur unserer Erfolgsrechnung verändert. Dabei sind die im ­Anhang näher beschriebenen Effekte aus den bereits ­erwähnten Erstkonsolidierungen zu berücksichtigen.

Ergebnis vor Steuern

Der KSB Konzern hat ein Ergebnis vor Ertragsteuern von 120,5 Mio. € erwirtschaftet, nach 135,8 Mio. € im Jahr 2010. Damit erzielten wir eine Umsatzrendite von 5,8 % (Vorjahr 7,0 %).

Anstieg der Leistung

Insgesamt sind die Umsatzerlöse aufgrund der verbesserten ­Geschäftsentwicklung um 7,8 % gestiegen. Der Bestandsaufbau bei Unfertigen und Fertigen Erzeugnissen betrug 58,9 Mio. € und war damit um 46,7 Mio. € höher als im Vorjahr. Somit ist die Gesamtleistung stärker gewachsen als die Umsatz­erlöse. Sie betrug 2.151,4 Mio. € und lag um 10,1 % über dem Wert des Jahres 2010 (1.953,8 Mio. €).

Veränderte Kostenstruktur

Der Materialaufwand hat sich, unter anderem wegen gestiegener Einkaufspreise auf den Beschaffungsmärkten, um 15,4 % erhöht. Daher ist der Zuwachs deutlicher ausgefallen als die Veränderung der Gesamtleistung (+ 10,1 %). Der Verbrauch von 913,0 Mio. € machte 42,4 % der Gesamtleistung aus (Vorjahr 40,5 %).

Der Personalaufwand ist in absoluten Werten um 7,4 % auf 698,0 Mio. € gewachsen. In Relation zur Gesamtleistung verzeichneten wir allerdings eine Absenkung um 0,9 Prozentpunkte auf 32,4 %. Ursächlich für den absoluten Anstieg war neben den tariflichen Entgeltsteigerungen unsere höhere Beschäftigtenzahl, insbesondere aufgrund der durchgeführten Erstkonsolidierungen. Aber auch in der KSB AG − hier im Rahmen von Strategieprojekten − sowie in unseren Gesellschaften in Brasilien, Chile und China haben wir Personal aufgebaut. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte der KSB ­Konzern 887 Mitarbeiter mehr. Gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr verbesserte sich die durchschnittliche Leistung je Mitarbeiter von 134 T€ auf 139 T€.

Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich, gemessen an der Gesamtleistung, nur wenig verändert (17,8 % gegenüber 17,4 %). In absoluten Zahlen sind sie um 44,4 Mio. € auf 383,9 Mio. € gestiegen. Zu dieser Entwicklung haben unter anderem höhere Verwaltungsaufwendungen im Zusammenhang mit unseren Strategieprojekten geführt.

Das Finanzergebnis hat sich insgesamt um +7,4 Mio. € ­verändert. Vor allem verbesserte Zinserträge und geringere ­Abschreibungen im Finanzanlagevermögen haben diese ­Veränderung bewirkt.

Ergebnis nach Steuern

Die Ertragsteuerquote ist um 2,9 Prozentpunkte gesunken. Sie betrug 30,9 % nach 33,8 % im Jahr 2010. Das Ergebnis nach Ertragsteuern von 83,3 Mio. € (Vorjahr 90,0 Mio. €) hat sich daher mit – 7,4 % weniger deutlich verändert als das Ergebnis vor Ertragsteuern (– 11,3 %).

Das auf die anderen Gesellschafter entfallende Ergebnis ging von 12,5 Mio. € auf 11,3 Mio. € zurück, hat sich aber relativ zum Ergebnis nach Ertragsteuern kaum verändert (13,6 % nach 13,9 % im Vorjahr).

Die Ergebnisanteile der Aktionäre der KSB AG in Höhe von 72,0 Mio. € lagen somit um 7,1 % unter denen des Vorjahres (77,4 Mio. €).

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie betrug für die Stammaktien 40,95 € nach 44,09 € im Vorjahr und für die Vorzugsaktien 41,21 € nach 44,35 € im Jahr 2010.

Ertragssituation in der Muttergesellschaft KSB AG

Die KSB AG hat ein Ergebnis vor Steuern (nach HGB) in Höhe von + 36,5 Mio. € erwirtschaftet, also rund 8 % weniger als im Vorjahr (+ 39,8 Mio. €). Unter Berücksichtigung der zu entrichtenden Steuern betrug der Jahresüberschuss 29,4 Mio. € nach 27,9 Mio. € in 2010. Die Umsatzerlöse konnten um 4,2 % gesteigert werden, die Gesamtleistung um 6,3 %. Wie im Konzernabschluss belasteten auch im Jahresabschluss der Muttergesellschaft höhere Aufwendungen, vor allem im Materialbereich, sowie der starke Preisdruck die Ergebnis­entwicklung.

Stabiles Dividendenniveau

Aufgrund eines Nachsteuerergebnisses auf Vorjahresniveau werden wir der am 16. Mai 2012 stattfindenden Haupt­versammlung vorschlagen, wie im Vorjahr, je Stammaktie 12,00 € und je Vorzugsaktie 12,26 € (einschließlich eines Vorzugsgewinnanteils von 0,26 €) auszuschütten.

Ergebnis der Segmente

Die Segmentierung unseres Geschäfts haben wir im Einklang mit unseren Führungs- und Berichtsstrukturen nach Konzernbereichen vorgenommen.

Im Konzernbereich Pumpen lag der Auftragseingang um 0,4 % unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz erhöhte sich um 5,6 %. Wegen des spürbaren Preisdrucks bei Projektaufträgen erwirtschafteten wir ein EBIT von 81,9 Mio. € (gegenüber 121,6 Mio. € im Jahr 2010).

Der Konzernbereich Armaturen verbuchte 5,1 % mehr Auftragseingang und 1,3 % mehr Umsatz. Das EBIT lag mit 2,5 Mio. € erheblich unter dem Wert des vorangegangenen Geschäftsjahres von 10,1 Mio. €. Auch in diesem Segment hat der Preisdruck im Projektgeschäft zugenommen.

Beim Service konnten wir sowohl im Auftragseingang mit 15,9 % als auch im Umsatz mit 16,8 % deutliche Zuwächse realisieren. Das erwirtschaftete EBIT ist von 30,5 Mio. € auf 42,8 Mio. € gestiegen. Dabei ist zu beachten, dass im Vorjahr Sonderbelastungen das Ergebnis negativ beeinflusst hatten.

Kostenstruktur Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanzstruktur

FINANZLAGE

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Das zentrale Finanzmanagement des KSB Konzerns erfüllt seine Aufgaben innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Handlungsrahmens. Wir richten unsere finanziellen Trans­aktionen in Art und Umfang strikt auf die Erfordernisse unseres Geschäftes aus. Ziel unseres Finanzmanagements ist es, jederzeit die Liquidität sicherzustellen und zu optimalen Bedingungen die Finanzierung unserer Aktivitäten zu gewährleisten. Exportgeschäfte finanzieren wir unter bestmöglicher Absicherung der Währungs- und Bonitätsrisiken. Unser Forderungsmanagement arbeitet mit ständig verbesserten Methoden daran, unsere Außenstände termingerecht einzubringen.

Absicherung finanzieller Risiken

Um die mit Exportgeschäften verbundenen Währungsrisiken weitestgehend zu reduzieren, setzen wir in erster Linie Devisentermingeschäfte ein. Dies gilt sowohl für bereits bilanzierte Geschäfte als auch für zukünftige Zahlungsströme aus noch abzuwickelnden Aufträgen. Unsere Fremdwährungsgeschäfte tätigen wir überwiegend in US-Dollar. Fremdwährungs­verbindlichkeiten machen nur ein vergleichsweise geringes Volumen aus.

Die Risiken aus Preisänderungen auf der Beschaffungsseite für Aufträge mit langen Lieferzeiten reduzieren wir, indem wir Preisgleitklauseln vereinbaren oder bei Festpreisaufträgen abzusehende Teuerungsraten im Verkaufspreis berücksichtigen.

Das Risiko von Forderungsausfällen begrenzen wir durch Kreditversicherungen, durch An- und Teilzahlungen sowie durch Bankgarantien. Um eine nachhaltige Liquidität zu ­sichern, vereinbaren wir mit unseren Kunden im Projekt­geschäft möglichst solche Zahlungsbedingungen, die dem ­Verlauf des Kostenanfalls in der Auftragsabwicklung ­entsprechen.

Kurzfristigen Zahlungsstromschwankungen tragen wir dadurch Rechnung, dass wir mit unseren Banken ausreichende Kreditlinien vereinbaren. Um notwendige Sicherheiten im Projektgeschäft bieten zu können, sind zudem entsprechende Bürgschaftsvolumina bereitgestellt. Es sind jeweils angemes­sene Teile für länger als ein Jahr zugesagt. Unsere Barkredit- und Avallinien belaufen sich auf rund 959 Mio. € (Vorjahr rund 888 Mio. €).

Die nachfolgenden Ausführungen zur Finanzlage beziehen sich, soweit nicht ausdrücklich erwähnt, auf die veröffent­lichten Vorjahreszahlen.

Eigenkapital

Der KSB Konzern ist mit einem Eigenkapital von 869,1 Mio. € (Vorjahr 825,6 Mio. €) ausgestattet. Darin enthalten ist wie im Vor­jahr das Gezeichnete Kapital der KSB AG mit 44,8 Mio. €. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert 66,7 Mio. €. Unsere Gewinnrücklagen belaufen sich auf 642,0 Mio. € (Vorjahr 602,5 Mio. €); hierin sind die Anteile der Aktionäre der KSB AG am Ergebnis nach Ertragsteuern mit 72,0 Mio. € (Vorjahr 77,4 Mio. €) enthalten. Auf die Anteile anderer Gesellschafter entfallen 115,6 Mio. € (Vorjahr 111,6 Mio. €). Aufgrund des deutlicheren Anstiegs der Bilanzsumme um 112,8 Mio. € oder 6,1 % hat sich die Eigenkapitalquote geringfügig reduziert (44,0 %; im Vorjahr 44,4 %).

Die Anteile anderer Gesellschafter resultieren im Wesentlichen aus den Gesellschaften KSB Pumps Limited / Indien (37,0 Mio. €), PAB GmbH / Deutschland (18,1 Mio. €), GIW Industries, Inc. / USA (12,2 Mio. €), KSB Shanghai Pump Co. Ltd. / China (11,8 Mio. €), KSB America Corporation / USA (11,6 Mio. €) und SISTO Armaturen S.A. / Luxemburg (5,6 Mio. €).

Schulden

Größter Posten der Schulden sind die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer und darin wiederum die Pensions­rückstellungen. Diese haben wir zum Bilanzstichtag um 5,0 % auf 257,7 Mio. € aufgestockt. Eine Vielzahl der im KSB Konzern praktizierten Pensionspläne sind leistungsbezogene Modelle. Die damit verbundenen Risiken, wie ­demografischer Wandel, Inflation und Gehaltssteigerungen, reduzieren wir, indem wir beispielsweise für neue Mitarbeiter beitragsorientierte Pläne einsetzen.

Für aktuelle Rentenempfänger und unverfallbare An­wartschaften ausgeschiedener Mitarbeiter betragen unsere Verpflichtungen etwas mehr als die Hälfte des Bilanz­ansatzes. Der Rest sind Anwartschaften unserer aktiven Mitarbeiter. Deren verbleibende Dienstzeit beträgt im Durchschnitt rund 13 Jahre.

Die restlichen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer, die im Gegensatz zu den Rückstellungen für Pensionen überwiegend kurzfristigen Charakter haben, sind geringfügig von 134,9 Mio. € auf 133,6 Mio. € zurückgegangen.

Die anderen Rückstellungen beinhalten langfristige Bestandteile in Höhe von 16,9 Mio. € (Vorjahr 15,6 Mio. €) für ­Garantieverpflichtungen. Der darüber hinausgehende Betrag betrifft Rückstellungen für vorwiegend kurzfristige ungewisse Verbindlichkeiten.

Die langfristigen Verbindlichkeiten sind signifikant von 109,6 Mio. € auf 61,7 Mio. € gesunken. Ursache hierfür ist insbesondere die vorzeitige Tilgung eines Teils unseres Schuld­scheindarlehens, welches wir 2009 platziert hatten, um die Liquidität des Konzerns auch bei einem länger andauernden Verlauf der Finanzkrise zu sichern.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich deutlich erhöht. Das wachsende Geschäftsvolumen hat zu einem Anstieg bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+ 24,9 Mio. €) sowie bei den erhaltenen Anzahlungen (+ 29,3 Mio. €) geführt. Auch die Finanzschulden liegen um 46,1 Mio. € über dem Vorjahreswert. Neben der kurzfristigen Tranche (12,5 Mio. €) des restlichen Schuldscheindarlehens hat die Finanzierung des Erwerbs der koreanischen Armaturen­gesellschaft hierzu geführt. Da der Anstieg stärker aus­gefallen ist als bei der Bilanzsumme, hat sich der Anteil der kurzfristigen Verbindlichkeiten am Gesamtkapital auf 25,8 % (Vorjahr 21,8 %) erhöht.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die außerbilanziellen Haftungsverhältnisse des KSB Konzerns betrugen zum Bilanzstichtag 10,9 Mio. € (Vorjahr 13,3 Mio. €). Dabei handelt es sich hauptsächlich um Besicherungsgarantien und Gewährleistungsverträge.

Sonstige über den Bilanzstichtag hinausreichende finanzielle Verpflichtungen mit außerordentlichem Charakter bestehen nicht. Lediglich aus für den Geschäftsfortgang notwendigen langfristigen Miet-, Leasing- und Dienstleistungsverträgen (insbesondere Informationstechnologie und Telekommuni­kation) sowie dem Bestellobligo resultieren weitere finanzielle Verpflichtungen im üblichen Rahmen.

Liquidität

Die Nettofinanzposition des KSB Konzerns, also der Saldo aus verzinslichen Geldwerten einerseits und Finanzschulden ­andererseits, hat sich von 293,0 Mio. € auf 187,0 Mio. € verringert. Neben den gestiegenen Ausgaben im Finanz­anlagevermögen haben sich bereitgestellte Mittel zur Finanzierung des Working Capital infolge des angestiegenen ­Geschäftsvolumens ausgewirkt.

Mittelherkunft und -verwendung

Aus betrieblichen Tätigkeiten erzielten wir einen Cashflow in Höhe von 36,3 Mio. €. Dieser war 125,8 Mio. € geringer als im Vorjahr. Neben dem niedrigeren Ergebnis hat eine verstärkte Mittelbindung bei den Vorräten den Cashflow belastet. Frei­gesetzt wurden Mittel vor allem durch gestiegene Verbind­lichkeiten sowie mehr erhaltene Anzahlungen.

Der Umfang unserer Investitionstätigkeit hat sich im Wesentlichen aufgrund des Erwerbes in Korea gegenüber dem Vorjahr erhöht, sodass insgesamt ein Cashflow von – 102,7 Mio. € (Vorjahr – 91,6 Mio. €) zu berücksichtigen ist.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten veränderte sich aufgrund der Tilgung von Bankkrediten von – 88,3 Mio. € ­auf – 35,9 Mio. €. Im Vorjahr wirkten sich deutlich stärker Tilgungen von Bankkrediten aus als 2011.

In Summe aller Cashflows hat sich der Finanzmittelbestand des KSB Konzerns von 407,6 Mio. € auf 305,7 Mio. € ver­ändert (inklusive 16,6 Mio. € nach im Vorjahr 18,9 Mio. €, um Wertguthaben aus Altersteilzeitverpflichtungen zu sichern, die jederzeit für uns verfügbar sind), wobei Wechselkurs­änderungen zu berücksichtigen sind.

Wir gehen davon aus, den vollen Umfang an Zahlungsausgängen auch künftig weitgehend aus dem operativen Cashflow bestreiten zu können. Zusätzliche externe Finanzierungsmaßnahmen sind deshalb aus heutiger Sicht nicht vorgesehen.

VERMÖGENSLAGE

Die nachfolgenden Ausführungen zur Vermögenslage be­ziehen sich, soweit nicht ausdrücklich erwähnt, auf die veröffentlichten Vorjahreszahlen.

Unsere Bilanzsumme ist um 6,1 % auf 1.974,1 Mio. € ge­wachsen. Dies erklärt sich im Wesentlichen mit einem Anstieg des langfristigen Vermögens, höheren Vorräten sowie gewachsenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten. Dagegen sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmittel­äquivalente zurückgegangen. Zusätzlich zu berücksichtigen sind die bereits zuvor genannten Erstkonsolidierungen (hieraus ­resultiert ein Effekt von 53,5 Mio. €).

Im Anlagevermögen sind wie im Vorjahr rund 28 % der ­Mittel gebunden. Allerdings gab es aufgrund der Erst­konsoli­dierungen Verschiebungen zwischen den Geschäfts­werten, die innerhalb der Immateriellen Vermögenswerte ­ausgewiesen werden, und den Finanzanlagen.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen mit Anschaffungswerten von 1.076,7 Mio. € (Vorjahr 968,5 Mio. €) ­stehen mit 520,5 Mio. € (Vorjahr 449,4 Mio. €) zu Buche. Der Erwerb unserer neuen koreanischen Armaturengesellschaft sowie die im Berichtsjahr durchgeführten Erstkonsolidierungen älterer KSB-Gesellschaften haben zu einer Veränderung bei den Geschäfts- und Firmenwerten von + 38,3 Mio. € ­geführt.

Die Sachanlageninvestitionen lagen im Berichtsjahr mit 62,3 Mio. € zwar etwas unter dem Vorjahreswert von 67,8 Mio. €, aber immer noch über den Abschreibungen (45,7 Mio. € nach 44,7 Mio. € im Jahr 2010). Die höchsten ­Zugangswerte entfallen mit 19,5 Mio. € (Vorjahr 21,0 Mio. €) wiederum auf Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts­ausstattung. Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit war wie im Vorjahr die Region Europa, hier hauptsächlich Deutschland und Frankreich. Außerhalb Europas wiesen unsere Werke in Brasilien, China, Indien und den USA die höchsten Zugänge aus. Die Grundsätze für die Bemessung der Abschreibungen haben wir im Berichtsjahr beibehalten.

Die Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 11,9 Mio. € betrafen vor allem Neugründungen kleinerer Gesellschaften in Kroatien, Serbien, Slowenien, Peru und in Saudi-Arabien. Darüber hinaus haben wir bei einer Minderheitsbeteiligung in China mit unserem lokalen Partner eine Barkapitalerhöhung durchgeführt. Unter Berücksichtigung der gegenläufigen Effekte aus der Erstkonsolidierung ist der Bilanzwert der ­Finanzanlagen um 25,8 Mio. € auf nun 40,1 Mio. € zurückgegangen.

Aufgrund des erweiterten Geschäftsvolumens, das sich auch in der höheren Gesamtleistung widerspiegelt, sowie der Erstkonsolidierungen sind die Vorräte um 31,0 % auf 425,1 Mio. € gestiegen. Sie haben rund 22 % unserer Mittel gebunden. Dies ist gegenüber dem Vorjahr (17 %) eine deutlichere Erhöhung, weil sich die Bilanzsumme nicht so stark verändert hat.

Infolge der gestiegenen Umsatzerlöse, insbesondere im letzten Quartal, liegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 34,4 Mio. € über dem Vorjahresultimowert. Einhergehend mit einem um rund 40 Mio. € höheren Auftragsbestand (1,2 Milliarden Euro zum Jahresende 2011) wurde auch der Bestandswert der in Arbeit befindlichen Kunden­aufträge, bewertet nach der Percentage-of-Completion-Methode (PoC), ohne erhaltene Anzahlungen PoC, um 13,5 Mio. € aufgebaut. Daher entfallen − unter Berücksichtigung der Veränderung der Bilanzsumme − auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte rund 33 % der gesamten Aktiva (Vorjahr rund 32 %).

Rund 16 % (Vorjahr etwa 22 %) des Vermögens betreffen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die vor­zeitige Tilgung eines Teils des Schuldscheindarlehens, Ausgaben für Akquisitionen sowie die Bereitstellung liquider Mittel zur Finanzierung des Working Capital infolge des angestiegenen Geschäftsvolumens haben sich ausgewirkt.

Inflation und Wechselkurseinflüsse

Zum Konsolidierungskreis gehören keine Gesellschaften, deren Jahresabschlüsse um Inflationsauswirkungen zu bereinigen gewesen wären.

Die Währungsumrechnung der nicht in Euro aufgestellten ­Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften hat zu einem Differenzbetrag von – 15,2 Mio. € (Vorjahr + 39,1 Mio. €) geführt. Diesen haben wir ergebnisneutral in das Eigenkapital eingestellt.

GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES KONZERNS

Am Ende des Geschäftsjahres 2011 ist die wirtschaftliche ­Situation des KSB Konzerns auf hohem Niveau stabil. Wir sehen dies als eine gute Basis, auch die folgenden Jahre wirtschaftlich erfolgreich zu bewältigen.

GRUNDZÜGE DES VERGÜTUNGSSYSTEMS FÜR DIE VORSTANDSBEZÜGE

Die Vergütung des Vorstands besteht aus festen und variablen Komponenten. Die Höhe der Festbezüge wird in erster Linie von der übertragenen Funktion und Verantwortung bestimmt. Die Festbezüge bestehen aus Fixum und Nebenleistungen ­sowie Pensionszusagen (Alters-, Berufsunfähigkeits-, Witwen- und Waisenrente). Das Fixum wird als monatliche Grund­vergütung ausgezahlt, die Nebenleistungen umfassen die ­private Nutzung von Dienstwagen sowie die Übernahme von Versicherungsprämien und etwaige Zahlungen für ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot. Der variable Vergütungs­bestandteil ist von der im jeweiligen Geschäftsjahr erzielten Umsatzrendite abhängig. Darüber hinaus beziehen die Vorstandsmitglieder variable Vergütungsbestandteile mit langfristiger Anreizwirkung. Diese richten sich nach der Entwicklung des Ergebnisses im Rahmen einer Betrachtung nach dem „Economic Value Added“-Verfahren über einen Zeitraum von drei Jahren.

Die Höhe der variablen Vergütungsbestandteile insgesamt ist begrenzt, um außergewöhnlichen, nicht vorhergesehenen ­Entwicklungen Rechnung zu tragen. Aktienoptionen oder andere aktienbasierte Vergütungen werden den Mitgliedern des Vorstands nicht gewährt.

Zudem besteht die Möglichkeit einer in das Ermessen des Aufsichtsrats gestellten Prämienzahlung in Höhe von jeweils maximal drei Monatsgehältern pro Geschäftsjahr, um besonderen individuellen Leistungen der Vorstandsmitglieder im Einzelfall Rechnung zu tragen. Hierüber wird unregelmäßig, das heißt nicht notwendigerweise jährlich, zu befinden sein.

ABHÄNGIGKEITSBERICHT

Im Geschäftsjahr 2011 entfallen Rechtsgeschäfte und Maßnahmen im Wesentlichen auf erbrachte Lieferungen und ­Leistungen an verbundene Unternehmen. Für diese hat die KSB AG insgesamt 289,7 Mio. € (Vorjahr 247,1 Mio. €) in Rechnung gestellt sowie auf bezogene Lieferungen und Leistungen von verbundenen Unternehmen insgesamt 99,8 Mio. € (Vorjahr 92,3 Mio. €) aufgewendet.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Abhängigkeitsbericht vorgelegt. Dieser schließt mit folgender Erklärung: „Wir erklären gemäß § 312 Abs. 3 AktG, dass unsere Gesellschaft bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen ­Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechts­geschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt. Es sind keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines ihm verbundenen Unternehmens ­getroffen oder unterlassen worden.“

INTERNES KONTROLLSYSTEM (Angaben nach § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)

Unser internes Kontrollsystem (IKS) trägt dazu bei, die Ordnungsmäßigkeit von laufender Rechnungslegung und Konzernjahresabschlusserstellung sicherzustellen. Zentrale Elemente des IKS sind – neben dem an anderer Stelle in diesem Lagebericht detailliert dargestellten Risikomanagement­system – Richtlinien und Regelwerke, die unter anderem einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben beinhalten. Sie sind von allen Konzerngesellschaften vollumfänglich anzuwenden. Eindeutige Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip werden dabei beachtet. Prüfungen unserer internen Revision stellen dies sicher. Zusätzlich erfolgen im Rechnungswesen regelmäßig analytische Plausibilitätsprüfungen über Zeitreihen- sowie Plan-Ist-Abweichungsanalysen. Durch diese Prüfungen erkennen wir frühzeitig signifikante Veränderungen, die wir dann auf Bilanzierungs- oder Bewertungsunstimmigkeiten untersuchen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Anschluss auf Managementebene diskutiert.

Unser IKS unterliegt einem stetigen Weiterentwicklungs- und Verbesserungsprozess. Dazu sind wir auch in regelmäßigem Kontakt mit unseren Wirtschaftsprüfern. Gemeinsam analysieren wir aktuelle Fragestellungen der Rechnungslegung wie beispielsweise angekündigte Änderungen von Bilanzierungsregeln. Ergibt sich hieraus ein Bedarf, bestehende Richtlinien oder Regelwerke anzupassen oder zusätzliche zu erlassen, erfolgt dies zeitnah und wird konzernweit kommuniziert.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die aktualisierte Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB ist ab dem 30. März 2012 auf der Website www.ksb.com in der Rubrik „Investor Relations“ im Unterpunkt „Erklärung zur Unternehmensführung“ öffentlich zugänglich gemacht. Die Erklärung zur Unternehmensführung enthält neben dem Corporate-Governance-Bericht (einschließlich der Entsprechenserklärung gemäß § 161 des Aktiengesetzes) relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus bei der KSB AG angewandt werden. Weiterhin sind die Arbeitsweise von ­Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung und Arbeits­weise der gebildeten Ausschüsse des Aufsichtsrats ­beschrieben.

NACHTRAGSBERICHT

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und von denen wesen­tliche Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögens­lage der Gesellschaft zu erwarten wären, sind nicht eingetreten.