Geschäftsverlauf und -ereignisse

  • Verbesserte Auftragslage für Armaturen und Serviceleistungen
  • Konzernumsatz steigt auf mehr als zwei Milliarden Euro
  • Neue Vertriebs-, Fertigungs- und Servicestandorte

Der Verlauf unserer Geschäfte war 2011 von unterschiedlichen Vorzeichen geprägt. Im Breitengeschäft sorgte die vor allem in der ersten Jahreshälfte noch robuste Nachfrage für einen starken Auftragseingang. Dieser führte bei Industrienorm­pumpen zu einem Stückzahlrekord. Zugleich war im Projektgeschäft noch die Zurückhaltung vieler Kunden spürbar, neue Großinvestitionen zu tätigen. Hemmende Faktoren waren nicht zuletzt die genannten politischen Rahmenbedingungen einschließlich der nach Fukushima modifizierten oder noch unklaren Energiepolitik einiger Länder.

Mit diesen marktbedingten Restriktionen stieg unser Auftragseingang insgesamt nur moderat. Der Umsatz wies demgegenüber einen kräftigeren Zuwachs auf, der sich auf einen dauerhaft hohen Auftragsbestand stützen konnte.

MEHR BESTELLUNGEN BEI ARMATUREN UND SERVICELEISTUNGEN

Mit einem Plus von 2,8 % erhöhte sich der Auftragseingang des Konzerns im Berichtsjahr auf 2.132,3 Mio. €. Zu diesem Auftragsvolumen haben die zehn neukonsolidierten Gesellschaften mit 66,3 Mio. € beigetragen.

Für unser Hauptprodukt Pumpen gingen Aufträge im Wert von 1.445,7 Mio. € ein. Dies bedeutet eine gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufige Entwicklung (– 0,4 %). Sie erklärt sich unter anderem mit dem problematischen Marktumfeld für Produkte in der Kraftwerkstechnik. Einen starken Zuwachs innerhalb des Segments Pumpen verzeichneten die Tauchpumpen, deren Auftragsvolumen sich auch dank mehrerer Großaufträge für wasser- und abwassertechnische Anlagen vergrößert hat.

Mit Armaturen erreichten wir im Berichtsjahr einen um 5,1 % höheren Auftragseingang in Höhe von 360,0 Mio. €. Wie bei Pumpen waren auch in diesem Segment die Standardprodukte am meisten gefragt. Gute Fortschritte machte das Geschäft in Asien, wozu besonders der Vertrieb von Marinearmaturen ­beitrug.

Im Service erzielten wir ein Plus von 15,9 % auf 326,6 Mio. €. Der Schwerpunkt des Geschäfts lag weiterhin in Europa. Hier dämpfte allerdings die in Deutschland beschlossene Energiewende die Progression, da sich der Servicebedarf der Betreiber von Kernkraftwerken drastisch verringerte. Demgegenüber war das außereuropäische Wachstum mit jeweils zweistelligen Steigerungsraten sehr dynamisch.

Regional unterschiedliche Entwicklung der Auftragslage

In Europa verbuchten die Konzerngesellschaften beim Eingang neuer Bestellungen einen Zuwachs von 2,7 % auf 1.310,2 Mio. €. Die KSB AG verbesserte ihren Auftragseingang im gleichen Zeitraum deutlich stärker: Ihr Anstieg um 4,5 % auf 818,9 Mio. € war wesentlich bedingt durch eine starke Nach­frage nach Standardpumpen sowie einen chinesischen Großauftrag aus dem Kraftwerkssektor. Gut entwickelt hat sich außerdem die Auftragslage mehrerer Gesellschaften in Mittel-, Ost- und Nordeuropa. Demgegenüber verzeichneten die Produktions- und Vertriebsgesellschaften in Spanien sowie Italien bei den eingehenden Bestellungen einen signifikanten Rückgang.

In der Region Mittlerer Osten / Afrika schwächte sich der Auftragseingang unserer vier konsolidierten operativen Unternehmen um 5,8 % ab und erreichte 105,6 Mio. €. Hervorragend entwickelte sich allerdings unsere türkische Gesellschaft, vor ­allem wegen eines guten Geschäfts mit Pumpen für Wasserwirtschaft, Industrie und Bauwesen.

umsatz nach Segmenten

Der Auftragsboom der Vorjahre hat sich in der Region Asien / Pazifik 2011 nicht fortgesetzt. Zwar zeigten mehrere kleinere asiatische Unternehmen sowie die KSB Australia Pty. Ltd. außer­ordentlich starke Wachstumsraten, die beiden großen ­Produktionsgesellschaften in China und Indien verzeichneten ­jedoch geringere Auftragseingänge als 2010. Ursächlich war neben ­geschäftlichen Entwicklungen auch die Abwertung der indischen Rupie gegenüber dem Euro. Insgesamt blieb der ­Eingang der Bestellungen – in der Konzernwährung Euro gemessen − um 3,4 % unter dem des Vorjahres und erreichte 359,0 Mio. €.

Das konzernweit stärkste Wachstum im Auftragseingang er­arbeiteten mit + 13,4 % die Gesellschaften in Amerika; sie kamen auf einen Wert von 357,5 Mio. €. Herausragend war dabei die Steigerung unserer US-Tochter GIW Industries, Inc., deren Angebot an Feststoffpumpen auf eine erhöhte Nachfrage aus dem Bergbau einschließlich der Ölsandfirmen in Kanada stieß. Deutlich zweistellige Prozentzuwächse verzeichneten außerdem die KSB-Unternehmen in Argentinien und Chile.

umsatzvolumen um 7,8 % gewachsen

Im Umsatz ist KSB durch die Abarbeitung länger laufender Aufträge aus den Vorjahren erwartungsgemäß stärker gewachsen als im Auftragseingang. Bei einem Plus von 7,8 % erreichten die Konzerngesellschaften in Summe 2.091,0 Mio. €. Damit hat der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals die Grenze von zwei Milliarden Euro überschritten. Hierzu steuerten die neukonsolidierten Unternehmen 64,7 Mio. € bei. Umsatzsteigerungen erzielten wir im Konzern sowohl bei Pumpen wie auch bei Armaturen und im Service.

Auf Pumpen entfiel ein Umsatzvolumen von 1.408,8 Mio. €, das um 5,6 % über dem des Vorjahres lag. Wie im Auftragseingang waren die Tauchpumpen auch im Umsatz die Produkte mit der höchsten Zuwachsrate.

Den Armaturenumsatz konnten wir trotz eines Rückgangs ­im europäischen Geschäft um 1,3 % auf 335,6 Mio. € aus­weiten. Dabei übertrafen starke Zuwächse im asiatischen Markt den Volumenverlust in Europa.

Im Service erhöhten wir die Umsätze um 16,8 % und erreichten einen Wert von 323,1 Mio. €.

zuwächse in allen Regionen

Gestiegen ist der Konzernumsatz − anders als im Vorjahr − in allen vier Regionen. Die europäischen Konzerngesellschaften verbesserten dabei ihren Umsatz um 1,0 % auf 1.290,7 Mio. €, wobei die deutsche KSB AG nominal den stärksten Wachstumsbeitrag lieferte. Sie erhöhte ihr Volumen um 4,2 % auf 811,3 Mio. € (nach HGB). Eine rückläufige Entwicklung zeigten infolge der schwierigen Wirtschaftslage mehrere südeuropäische ­Gesellschaften.

Die Unternehmen in der Region Mittlerer Osten / Afrika konnten ihren Umsatz um 2,7 % auf 98,5 Mio. € steigern. Herausragend war die Entwicklung der KSB Middle East FZE (Dubai), die mit der partiellen Abarbeitung ihres guten Auftragsbestandes ein hohes zweistelliges Prozentwachstum ­erzielte.

Die Region Asien / Pazifik verzeichnete aufgrund der Fakturierung mehrerer Großaufträge in China und Indien den ­prozentual wie absolut stärksten Wachstumsschub. Die Gesellschaften in Asien und Australien erhöhten ihren Umsatz in Summe um 26,0 % auf 342,9 Mio. €.

In Amerika vergrößerten die Unternehmen ihren Umsatz um 12,0 %. Zu dieser Steigerung auf 335,4 Mio. € haben vor ­allem die brasilianische KSB Bombas Hidráulicas S.A. sowie die US-Tochter GIW Industries, Inc. beigetragen.

KONZERNSTRATEGIE WIRD FLEXIBEL UMGESETZT

Neben der Bedienung der Kunden im Tagesgeschäft widmeten wir uns in allen vier Regionen der Umsetzung unserer Konzernstrategie. Seit Anfang 2010 haben wir dazu eine Reihe strategischer Maßnahmen durchgeführt; weitere Projekte, die wir spätestens 2018 abschließen werden, sind noch in der Vorbereitungs- oder Umsetzungsphase. Sie betreffen Maß­nahmen, wichtige Märkte zu erschließen und zu durchdringen, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln sowie die ­Strukturen und Prozesse im Vertrieb und in der Fertigung zu verbessern. Beim Verwirklichen unserer Strategie bleiben wir flexibel und prüfen regelmäßig, ob unser Vorgehen mit der Entwicklung der Märkte und der Technik im Einklang ist. Diese Praxis erlaubt es auch, die zeitliche Priorisierung einzelner ­Projekte an aktuelle Trends und Wichtigkeiten anzupassen.

Im Rahmen unserer strategischen Maßnahmen fördern wir derzeit sehr gezielt unser Breitengeschäft mit Standardpumpen und -armaturen. Hierzu gehören der Aufbau und die Erwei­terung von Händlernetzen, aber auch das kontinuierliche Verbessern unseres Angebots zur elektronischen Auswahl und ­Bestellung von Standardprodukten. Ende 2011 konnten wir den Kunden in 19 Sprachen nahezu 200 Baureihen über elektronische Auswahlsysteme anbieten. 30 % aller Aufträge von Pumpen und Armaturen weltweit erfolgten über diese Programme.

In drei Ländern trennten wir Anfang 2011 den Vertrieb ­unseres Breitengeschäftes von dem des Projektgeschäftes. Diese Teilung erfolgte in Märkten, in denen wir bislang überwiegend mit auftragsbezogen gefertigten Produkten erfolgreich waren. Durch die Neuordnung wollten wir dort einen Fokus auf das noch schwächer entwickelte Breitengeschäft legen. Nach ­Abschluss einer zweijährigen Erprobungsphase werden wir den Erfolg dieser Maßnahme bewerten und gegebenenfalls wei­tere organisatorische Schritte einleiten.

NEUE STANDORTE für produktion, vertrieb und service

Mit dem Erwerb des südkoreanischen Unternehmens Seil ­Seres Co. Ltd. im März 2011 haben wir unsere Position im Markt für Marinearmaturen gestärkt. Das Programm unseres heute als KSB Seil Co., Ltd. tätigen Unternehmens ergänzt die Tieftemperaturklappen der französischen KSB S.A.S. für ­Anwendungen in der Schiffstechnik. Mit den Fernüber­wachungs- und Steuerungssystemen aus Korea können wir den Werften in Ostasien für die armaturentechnische Ausrüstung neuer Tankschiffe komplette Paketlösungen anbieten. Speziell der Bau von Tankern, die verflüssigtes Erdgas in die Verbraucherländer transportieren, wird 2012 wieder zunehmen.

Um unser Armaturengeschäft auszubauen, eröffneten wir außerdem Anfang November im chinesischen Changzhou ein neues Produktionswerk. Dort haben rund 100 Mitarbeiter begonnen, Armaturen nach ANSI-Standard zu fertigen, hauptsächlich für industrielle Einsätze. An dem neuen Standort zwischen Shanghai und Nanjing errichteten wir zugleich ein Lager- und Logistikzentrum, das wir in den kommenden Jahren noch erweitern wollen.

Neue Vertriebsstandorte haben wir 2011 auch mit der ­Gründung von KSB-Gesellschaften in Peru sowie in Kroatien, ­Serbien und Slowenien geschaffen. Von diesen Stützpunkten aus wollen wir die wachsenden Chancen in diesen Märkten nutzen; sie weisen jeweils interessante Entwicklungs­perspektiven auf.

In Dubai weihten wir Mitte 2011 ein neues Regionalzentrum ein, das Lager-, Montage- und Serviceeinrichtungen umfasst. Die KSB Middle East FZE steuert seither von diesem Standort aus alle Aktivitäten für den Markt der Vereinigten Arabi­schen Emirate sowie der angrenzenden Länder Oman, Bahrain, ­Kuwait, Jemen und Katar.

ENERGIEEFFIZIENZ IM BLICKPUNKT

Die Diskussion über die Zukunft der Energieversorgung ­verbindet sich mit der Frage, wo sich der Stromverbrauch in Industrie und Haushalten sowie in öffentlichen Einrichtun­gen weiter verringern lässt. Dabei sind auch die Energiespar­potenziale in Anlagen zur Flüssigkeitsförderung in den Fokus gerückt.

Auf Messen im In- und Ausland stellten wir dazu unter dem Markennamen „Fluid Future®“ ein umfassendes Energie­effizienz-Konzept vor. Mit unserem Angebot, Pumpen anlagen­gerecht auszulegen, zu automatisieren, bedarfsabhängig zu ­regeln und mit Hocheffizienzmotoren auszurüsten, ­trafen wir auf den Wunsch der Kunden, ihre Betriebskosten ­dauerhaft zu senken. Zugleich zeigten wir damit Möglichkeiten auf, wertvolle Ressourcen zu sparen sowie einen Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten.