Um Anlagen instand zu halten oder zu modernisieren, waren auch 2011 Serviceleistungen gefragt, wie sie KSB inter­national bereitstellt.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

  • Gebremste Konjunkturentwicklung
  • Neuorientierung der Energiewirtschaft
  • Strategische Übernahmen in der Pumpenindustrie

Das globale Wachstum hat im Verlauf des Jahres 2011 spürbar an Schwung verloren. Einer Fortsetzung des 2010 noch starken Aufschwungs standen die Anstrengungen der USA und einiger europäischer Länder entgegen, ihre Budgetdefizite zu begrenzen, ebenso wie die Bemühungen mehrerer Schwellenländer, ihre nationalen Märkte durch regulierende Maß­nahmen vor einer möglichen Überhitzung und zu hoher Inflation zu schützen. Die ausbleibende Erholung der US-Wirtschaft, die politischen Umwälzungen in Nordafrika sowie die Natur- und Reaktorkatastrophe in Japan dämpften ebenfalls die Investitionsbereitschaft in verschiedenen Branchen und Regionen.

In Europa blieb die Konjunkturentwicklung wie erwartet ­zweigeteilt: Die Länder in Nord- und Mitteleuropa zeigten ­insgesamt ein stabiles Wachstum, demhingegen war die Nachfrage in Südeuropa und in einigen osteuropäischen ­Ländern stärker von den Auswirkungen der Schuldenkrise geprägt. Eine vergleichsweise gute Entwicklung nahmen die export­orientierten Länder in der EU – allen voran Deutschland, das über den europäischen Raum hinaus die Ausfuhrchancen in die Schwellenländer nutzte. Im Osten Europas verzeichneten Polen, aufgrund einer stabilen Binnennachfrage, und Russland, dank hoher Rohstoffpreise, ein überdurchschnitt­liches Wirtschaftswachstum.

Die Region Mittlerer Osten / Afrika war von der kräftigen Nachfrage nach Rohstoffen und Energieträgern begünstigt. Deren hohes Preisniveau sorgte für gute Einnahmen, mit ­denen sich einige Investitionsvorhaben realisieren ließen. Allerdings hemmten die politischen und sozialen Unruhen in mehreren Ländern die wirtschaftliche Entwicklung. Speziell in Nordafrika blieben Neuinvestitionen in die Infrastruktur ­sowie in Industrie und Tourismus aus.

Die mit Abstand am schnellsten wachsende Wirtschaftsregion war nach wie vor Asien. Um Überhitzungstendenzen entgegenzuwirken, bremsten allerdings staatliche Maßnahmen in einigen Ländern die ökonomische Dynamik. Dies galt besonders für China, dessen Regierung inflationären Tendenzen und Kreditrisiken entgegenwirkte. Dennoch war die Aufnahme­fähigkeit des chinesischen Marktes wie auch die einiger ­anderer asiatischer Staaten unverändert hoch. In Indien, dem zweitgrößten Schwellenland Asiens, verringerten sich die Investitionen in die Infrastruktur wegen Finanzierungsproblemen und der schwierigen politischen Verhältnisse.

In Amerika war eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft 2011 nicht zu erkennen. Die Binnennachfrage in den Vereinigten Staaten blieb schwach und von einer nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit belastet. Demgegenüber zeigte Südamerika eine erfreuliche ökonomische Entwicklung und profitierte dabei von den hohen Rohstoffpreisen. Im Laufe des Jahres verlangsamte sich jedoch die konjunkturelle Dynamik in Brasilien, ausgelöst durch geldpolitische Maßnahmen, um die steigende Inflation zu bekämpfen.

anhaltendes WACHSTUM IM MASCHINENBAU

Obgleich sich das Tempo des globalen Wirtschaftswachstums verringerte, verlief die Geschäftsentwicklung im Maschinenbau weitgehend ungebremst. Weltweit erreichte die Branche einen Zuwachs von real 13 %. Allerdings waren die Steigerungsraten je nach Sparte sehr unterschiedlich.

Chinas Bedeutung im Maschinenbau hat auch auf der An­bieterseite weiter zugenommen: Rund ein Viertel aller weltweit produzierten Maschinen stammt mittlerweile aus China. Deutschlands Maschinenbau konnte seine Produktion im Berichtsjahr um real 14 % erhöhen und hat sich als Stütze des deutschen Wirtschaftswachstums erwiesen. Der bedeutendste Exportmarkt der Branche war nach wie vor China.

Weltmarkt für Kreiselpumpen und Armaturen

PUMPEN- UND ARMATURENMARKT mit auftragsschwerpunkten im breitengeschäft

Die Nachfrage nach Pumpen und Armaturen hat sich 2011 insgesamt positiv entwickelt. Dies galt hauptsächlich für das Breitengeschäft mit Standardprodukten, wie sie vor allem in der Industrie und in der Bauwirtschaft benötigt werden. Im Projektgeschäft hingegen belebte sich die Auftragslage nur in wenigen Einsatzbereichen. Zu diesen zählten der Bergbau, der von den hohen Rohstoffpreisen profitierte, sowie die Öl- und Gaswirtschaft, für deren Produkte eine erhöhte Nachfrage bestand.

Aufgrund der in einigen Ländern noch unklaren Zukunft der Energieversorgung war die Zahl neuer Kraftwerks­projekte deutlich geringer als vor der Finanz- und Wirtschafts­krise. Insbesondere der Bau geplanter Nuklearkraftwerke kam nach der Katastrophe in Fukushima ins Stocken. Die künftigen ­Betreiber überprüften zunächst vorrangig die Sicherheit im Hinblick auf Standortwahl und Technik dieser Anlagen. Auch der Neubau konventioneller Kraftwerke verzögerte sich, ­sodass insgesamt weniger Hochdruckpumpen und -armaturen benötigt wurden. In der zweiten Jahreshälfte nahm außerdem die Skepsis hinsichtlich der weiteren Wirtschaftsentwicklung zu. Daher kam es bei einer Reihe größerer Industrie- und Infrastrukturprojekte ebenfalls noch nicht zu Auftrags­vergaben.

Den Serviceanbietern im Pumpen- und Armaturenmarkt boten sich weiterhin gute Chancen, an Instandhaltungs- und Modernisierungsprojekten teilzuhaben. Dort, wo Betreiber Neuinvestitionen aussetzten, gab es teilweise einen höheren Servicebedarf, um die Laufzeiten der bestehenden Industrie-, Wasser- oder Abwasseranlagen zu verlängern. Zugleich ­verringerte die Energiewende in Deutschland die Nachfrage der Betreiber von Kernkraftwerken nach Dienstleistungen, um diese Anlagen turnusmäßig zu inspizieren, zu warten und instand zu halten. Demhingegen belebte sich der Servicemarkt im Bereich der erneuerbaren Energien.

HERSTELLER AKQUIRIEREN UND EXPANDIEREN IM GLOBALEN MARKT

Die Anbieter von Pumpen und Armaturen konkurrierten ­im Berichtsjahr sehr intensiv um die Mitwirkung an neu ver­gebenen Großprojekten. Deren Zahl war insgesamt geringer als im Vorjahr; entsprechend schwerer fiel es allen Produzenten, für ihre Erzeugnisse angemessene Preise zu erzielen.

Bei den Pumpenherstellern kam es 2011 weltweit zu mehreren bedeutenden Übernahmen. Diese zielten entweder darauf, das Produkt- und Leistungsportfolio zu vergrößern, in neue Regionen zu expandieren oder zusätzliche Vertriebskanäle zu erschließen. Auch der Aufbau ergänzender Geschäftsfelder war das Ziel einzelner Akquisitionen.

Um die Chancen der Wachstumsmärkte zu nutzen, drängten die Pumpenhersteller verstärkt in die BRIC -Staaten. Ins­besondere in Brasilien begannen mehrere Wettbewerber, ­Fertigungskapazitäten aufzubauen, um mithilfe lokaler ­Wert­schöpfung ihre Marktposition zu verbessern. Eine höhere Wettbewerbsintensität war auch in Indien zu beobachten.

Die Armaturenbranche ist im Vergleich zum Feld der Pumpen­hersteller deutlich stärker fragmentiert. Akquisitionen und ­Zusammenschlüsse führen aber kontinuierlich zu einer Veränderung der Anbieterstruktur, was auch 2011 zu ­beo­bachten war.

Im Servicemarkt hat sich der Konzentrationsprozess ebenfalls fortgesetzt. Dies betraf besonders die Generalisten im Industriegeschäft, bei denen es zu mehreren Firmenübernahmen kam. Servicespezialisten suchten sich teilweise neue Geschäftsfelder, beispielsweise in der Wartung und Instandhaltung von Anlagen zur Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien.