eine Reihe unerwarteter Ereignisse hat das Wirtschaftsleben 2011 anders gestaltet, als von vielen vorausgesehen. Gingen die meisten Prognosen zu Jahresbeginn noch von einem anhaltenden Konjunkturaufschwung aus, zeichnete sich schnell ab, dass von einer „Verstetigung des Wachstums“ angesichts der Katastrophe in Japan, politischen Umbrüchen in Nordafrika und einer sich verschärfenden Schuldenkrise in Europa nicht mehr die Rede sein konnte.

Von aktuellen Marktchancen profitieren

Trotzdem haben sich unsere grundsätzlichen Annahmen für das abgelaufene Jahr bestätigt. So konnten wir unsere Geschäftsentwicklung auf die erwartet gute Nachfrage nach unseren Standardpumpen und -armaturen stützen. 2011 haben wir in unserem Frankenthaler Werk so viele Industrienorm- und -blockpumpen gefertigt wie nie zuvor. Auch bei Standardarmaturen für die Industrie- und Gebäudetechnik haben wir die Produktion wieder gesteigert. Dies zeigt, dass wir die Marktbelebung im Breitengeschäft, wie geplant, nutzen konnten.

Anders gestaltete sich die Nachfragesituation im Projektgeschäft. Hier blieben die Investoren bei der Realisierung geplanter Großanlagen zögerlich. Dies galt besonders für die Stromwirtschaft. Sie stoppte angesichts neuer Überlegungen zum richtigen Energiemix viele ihrer Vorhaben, beispielsweise in China. Auch mehrere Wasser- und Abwasserprojekte in den arabischen Ländern verharrten im Planungsstatus; südeuropäischen Unternehmen fehlte für größere Vorhaben schlichtweg das Geld.

Unseren Auftragseingang konnten wir 2011 folglich mit + 2,8 % nur moderat steigern. Aufgrund unseres hohen Auftragsbestandes waren wir demhingegen in der Lage, den Konzernumsatz
um 7,8 % auf 2.091 Mio. € zu erhöhen und damit ein Ergebnis vor Steuern von 120,5 Mio. € zu erreichen.

Globale Wachstumspotenziale nutzen

Unseren Umsatz weiter zu steigern und die Gewinnspannen zu vergrößern, ist die Doppel­aufgabe, der wir uns aktuell stellen. Dazu führen wir unsere Strategieprojekte fort und analysieren unsere Kostenstrukturen im Hinblick auf mögliche Verbesserungen, insbesondere in der KSB AG. Eine Ergebnissteigerung halten wir schon 2012 für möglich, auch wenn sich der Markt mit Blick auf das Projektgeschäft voraussichtlich erst 2013 wieder belebt. Im laufenden Jahr wollen wir zur Umsatzsteigerung insbesondere die Chancen nutzen, die sich uns im Breitengeschäft mit Standardpumpen und -armaturen sowie im Service bieten.

Langfristig denken, Strategisch handeln

Gerade im Breitengeschäft haben wir in einigen Wachstumsmärkten außerhalb Europas einen strategisch relevanten Handlungsbedarf erkannt. Dort haben wir viele Kunden durch die ­Lösung sehr anspruchsvoller technischer Aufgaben überzeugt – in Kraftwerken, im Wassertransport, in der Abwasserreinigung oder in der Verwirklichung gebäudetechnischer Groß­projekte. Auf diesem Know-how baut auch unser Produktprogramm für Standardanwendungen auf, das allerdings in einigen Ländern nicht gleichermaßen bekannt ist. Daher werden wir es dort gezielt bewerben und zugleich unsere Kundenkontakte über neue lokale Vertriebsbüros sowie die Anbindung an unser E-Business-Portal intensivieren.

Im Rahmen unserer Strategie wollen wir außerdem mittel- und langfristig unser Armaturengeschäft stärken, das auf einen – verglichen mit Pumpen – noch größeren Absatzmarkt zielt.
Mit dieser Absicht haben wir 2011 unser Armaturenwerk im chinesischen Changzhou in Betrieb genommen und in Busan den koreanischen Armaturenspezialisten Seil Seres akquiriert. Im laufenden Jahr werden wir ein neues Werk in Brasilien beziehen, das sich ebenfalls zunächst ausschließlich der Armaturenproduktion widmet.

Als Europas Nummer eins im Service für Pumpen und Armaturen sehen wir, dass sich außerhalb unseres Heimatmarktes viele Chancen bieten, mit Dienstleistungen einschließlich eines schnellen Ersatzteilservice zu wachsen. Dieser sogenannte After-Market ist ein weiterer Ansatzpunkt, um unser globales Geschäft zu stärken.

Unternehmerische Stärke erwächst wesentlich aus der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter, der Kraft zur Innovation und dem Willen zur Expansion. Hinzu kommt das – auch finanzielle – Durchhaltevermögen, wenn es darum geht, neue Ideen zum Erfolg zu bringen. Dass KSB über diesen „langen Atem“ verfügt, verdanken wir nicht zuletzt unserer Eigentümerstruktur mit ­einem Großaktionär, für den die Zukunftssicherung des Unternehmens Priorität besitzt. Davon profitieren letztlich alle Beteiligten: unsere Investoren, denen wir neben angemessenen Dividenden eine hohe Sicherheit ihres eingesetzten Kapitals bieten, die Kunden, die wir mit zuverlässigen Qualitätsprodukten an uns binden, und die Mitarbeiter, die bei KSB einen langfristig interessanten Arbeitsplatz haben.

Natürlich gilt auch für Unternehmen: Man kann es nie allen recht machen – aber man darf es versuchen!

Ihr

Dr. Wolfgang Schmitt,
Sprecher des Vorstands der KSB Aktiengesellschaft